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Fallbericht aus dem Projekt IdeA – Familienrat II

 

Ein Erfolgsbeispiel aus der MainArbeit: Eine junge Frau findet ihren Weg

Vom Putzlappen zur Sicherheitskontrolle

Die Türen am Terminal öffnen sich automatisch. In der Sicherheitszone prüft eine junge Frau konzentriert Ausweise und Bordkarten. Noch vor einem Jahr hätte sie sich diesen Moment nicht träumen lassen, heute ist er ihr Alltag.

2013 kam sie mit ihren Eltern aus Bulgarien nach Deutschland. Die Familie wollte arbeiten, leben, ankommen. Für kurze Zeit war sie auf staatliche Hilfe angewiesen, doch das empfand sie als belastend. „Wir wollten nicht abhängig sein“, sagt sie rückblickend. Also arbeitete sie überwiegend im Reinigungsbereich.

Dabei hatte sie in ihrer Heimat das Abitur gemacht, ihr Abschluss wurde in Deutschland anerkannt. Trotzdem blieb sie jahrelang in einfachen Jobs. Erst ein Projekt des Jobcenters brachte eine Wende. Die Familie galt als armutsgefährdet, obwohl sie keine Leistungen mehr bezog. Im Rahmen des Projektes „Zukunfvtswerkstatt“ wurde ihr Potenzial sichtbar und erstmals auch gefördert. Auch von Armut gefährdete Familien konnten in dieses Projekt aufgenommen werden.

Gruppenfoto-Fallbericht-aus-dem-Projekt-IdeA-Familienrat-II
v.l.n.r.: Suat Karakuz (startHAUS), Lilian Pürsun (startHAUS), Esma Berber (MainArbeit), Amir Sharilli (MainArbeit)

Parallel zur Arbeit absolvierte sie Sprachkurse, bestand die B1- und B2-Prüfungen. Mit Unterstützung ihres Job-Coaches der MainArbeit und Mitarbeitenden der startHAUS gGmbH erstellte sie Bewerbungen. Ihr Berufswunsch war klar: „Arbeiten am Flughafen“. Schließlich ergab sich die Chance für eine Vollzeitqualifizierung in der Fluggastkontrolle, jedoch unbezahlt. Dafür musste sie ihren Job kündigen. Das Team des Projekts suchte gemeinsam mit dem Jobcenter nach einer Lösung und fand sie. Für die Dauer der Ausbildung wurde eine finanzielle Absicherung ermöglicht.

Die junge Frau lernte diszipliniert, bestand mit Bestnoten und erhielt im Anschluss ein festes Jobangebot. Heute wohnt sie allein, unabhängig, und hat zum ersten Mal Urlaub am Meer gemacht. Ihr nächstes Ziel strebt sie auch schon an, sie möchte in eine Führungsposition.

„Ich hätte nie gedacht, dass so viel in mir steckt“, sagt sie. „Aber jemand hat es gesehen und mir geholfen, daran zu glauben.“

Quelle: MainArbeit intern, Nr. 26/August 2025, Joachim Rumpf

 

 


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